15-26 September 2014: Giro d´Italia

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Hauptexkursion 2014 des Lehrstuhls für Eisen- und Stahlmetallurgie der Montanuniversität Leoben in Italien, Slowenien und Österreich

Alle Wege führen nach Rom. Der Würfel war gefallen: die Hauptexkursion 2014 sollte zwei Professoren, sieben wissenschaftliche Mitarbeiter und 21 Studenten im Rahmen der Lehrveranstaltung „Exkursion zur Stahltechnologie“ zu Betrieben in Italien, Slowenien sowie unserer Heimat Österreich führen.

In wirtschaftlich unbeständigen Zeiten und unter anspruchsvollen Rahmenbedingungen gelingt es europäischen Unternehmungen mit ihrer langen Stahltradition, durch kontinuierliche Verbesserung, innovative Produkte und Prozesse am globalen Markt erfolgreich zu sein. Ein gutes Beispiel für ein solches modernes Traditionsunternehmen ist die am ersten Exkursionstag besuchte Treibacher Industrie AG mit ihrem Hauptsitz in Althofen. Bereits 1898 wurden die Treibacher Chemischen Werke von Auer von Welsbach gegründet, dem Erfinder des Gasglühlichts oder des Zündsteins. Heute bietet dieses international operierende Unternehmen eine breite Palette an Produkten: von seltenen Erden über Hartmetalle und Katalysatoren bis hin zu Ferrolegierungen und Hochleistungskeramik. Ebenso vielseitig war die Führung durch die Produktionsstätten, die Forschungs- und Entwicklungsabteilung sowie durchs Auer von Welsbach Museum.

Nach einem gemütlichen Abend im Klagenfurter Univiertel ging die Reise am nächsten Tag weiter nach Slowenien zur Firma Acroni, dem größten slowenischen Stahlhersteller. Tags darauf besuchte die Gruppe die Firma Danieli, einem Industrieanlagenbauer für Direktreduktionsanlagen, Elektrostahlerzeugung, Stranggussanlagen, Walzwerken und vieles mehr. Viele Innovationen der Firma Danieli finden ihre erste Anwendung in unmittelbarer Nähe, nämlich im Elektrostahlwerk der Firma ABS. Von Udine führte die Reise weiter nach Verona und Brescia wo mit NLMK und ASO zwei weitere Elektrostahlwerke besucht wurden. Eine Gemeinsamkeit dieser Werke ist unter anderem ihre Fähigkeit sich rasch an den Markt anpassen zu können und aus vorsortiertem Schrott innerhalb kurzer Zeit hochwertigen Stahl herzustellen.

Der Weg der diesjährigen Hauptexkursion führte zwar nicht bis in die ewige Stadt, wohl aber in die zweitgrößte Stadt Italiens: Mailand, Hauptstadt der Lombardei, Kunst- und Kulturstadt, mit der Kirche Santa Maria delle Grazie Teil des UNESCO Weltkulturerbes, Modemetropole, Sitz der italienischen Börse, Universitäts- und Messestadt in der 2015 die Weltausstellung stattfindet. Und so wurde der Samstag genutzt um an einer Führung zu Mailänder Sehenswürdigkeiten teilzunehmen. Dabei wurden Wahrzeichen wie der prachtvolle, gotische Mailänder Dom, das weltberühmte Opernhaus die Mailänder Scala sowie das in Renaissance Stil erbaute Castello Sforzesco besucht. Als Kontrast zur Mailänder Großstadt stand am Sonntag ein Ausflug zum Comer See und zur Villa Balbianello am Programm. Die enge Straße rund um den See war gesäumt von architektonisch ansprechenden Feriendomizilen in wunderbarer Kulisse. Am Abend durfte die Gruppe einer Einladung der Firma Böhler Uddeholm Italien zu einem gemeinsamen Abendessen folgen. Zuvor ergab sich noch die Möglichkeit ein Pferderennen im Ippodromo del Trotto zu verfolgen und beim Wetten sein Glück zu versuchen.

Ein weiterer Höhepunkt der Exkursion war die Firma Acciaieria Arvedi mit der 1992 in Betrieb genommenen und damals weltweit einzigartigen ISP (In-line Strip Production) Technologie und der 2009 installierten wiederum weltweit einmaligen ESP (Endless Strip Production) Anlage. Diese Verbindung von kontinuierlichem Stranggießen und dem anschließenden Warmwalzprozess ermöglicht eine hohe Produktivität sowie Produktqualität. Und auch die Firma Tenaris Dalmine beeindruckte durch ihren Herstellungsprozess. So ist der Konzern Weltmarktführer im Bereich Nahtlos- und geschweißten Rohren für verschiedenste Anwendungen.

Gruppenbild-Mailand

Über Südtirol mit einem Abstecher bei der Firma Valbruna Stainless Steel, einem Edelstahlwerk welches wiederum in der Lage ist Kundenwünsche innerhalb kürzester Zeit zu erfüllen, ging die Reise weiter nach Linz, wo bei voestalpine eines der weltweit effizientesten Stahlwerke besichtigt wurde. Die Führung umfasste dabei Rohstahlerzeugung im LD-Konverter, Sekundär- und Pfannenmetallurgie, Stranggießen, Kalt- und Warmwalzwerk, Feuerverzinkung sowie die voestalpine-Stahlwelt. Einen informativen und gemütlichen Ausklang fand dieser Tag bei einem gemeinsamen Abendessen mit voestalpine-Mitarbeitern. Am letzten Tag der Exkursion wurde mit Ebner Industrieofenbau ein bedeutender Lieferant vieler Stahlwerke, der in seinem Marktsegment Weltführer ist, besucht. So bietet das Unternehmen Öfen für die verschiedensten Anwendungen an und begleitet dabei den gesamten Lebenszyklus. Den Abschluss der Hauptexkursion bildete ein Blick in die Zukunft mit Vorträgen von Mitarbeitern der Firma Siemens VAI. Dabei wurden die verschiedenen Herausforderungen im Feld der Eisen- und Stahlmetallurgie für das 21. Jahrhundert skizziert sowie einige zukunftsweisende Innovationen vorgestellt. So bleibt zu hoffen, dass die jungen Metallurgen, bereichert durch den Einblick in die traditionsreiche und innovative Stahlindustrie in den drei besuchten Ländern, ihre Zukunft meistern. Großer Dank gilt den Sponsoren dieser Hauptexkursion und allen Mitarbeitern in den besuchten Werken für die freundliche Aufnahme, die interessanten Führungen und die exzellente Gastfreundschaft.

Program

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